Selbstbestimmt im Leben sein, mit einer guten Persönlichen Assistenz

Menschen mit körperlicher Behinderung können ihre Tagesstrukturen selbst finden, wenn eigene Erfahrungen Platz haben dürfen, die ein Lernen im Leben ermöglicht. Auch wenn Fehler beim Einkaufen, beim Terminieren der Zeit gemacht werden, wird man für das nächste Mal immer schlauer. Im Laufe der Zeit, weiß der Betroffene selbst was er sich auch im finanziellen Bereich zumuten kann o. nicht. Geht es nicht allen Menschen so, dass man aus eigenen Erfahrungen am aller Besten lernen kann??

Ich habe von Geburt an eine schwere athetotische Körperbehinderung. Erst mit 34 Jahren habe ich den Mut gefasst von meinen Eltern in eine eigene Mietswohnung einzuziehen. Ich habe es geschafft und durfte mich weiter entwickeln auch auf eigene Belastbarkeitsgrenzen zu gehorchen. Natürlich unterstützen mich Persönliche Assistenten bei der täglichen Grundpflege. Dazu gehört: Essen reichen, in den jeweiligen Rollstuhl gesetzt zu werden, Toilettengang, beim An und Ausziehen und um ins Bett zu kommen benötige ich Hilfe, kochen, Sauberhaltung der Wohnung u.a.

Persönliche Assistenten ersetzen praktisch meine Hände und Füße, nicht aber die Verantwortung, Dinge für mein Leben selbst zu regeln. Auch, wenn ich im Straßenverkehr in meinem E-Stuhl mit Kinnsteuerung alleine verunglücke, darf ich mich selbstverantwortlich fühlen. Dies zu wissen bedeutet für meine Autonomie sehr viel. Dazu mengt sich eine Verantwortung auch für den Nächsten auf der Strasse, die ich als eine Verbundenheit erlebe. Beispielsweise nicht bei Rot über die Strasse zu fahren, besonders wenn ein kleines Kind noch lernen muss.

Gerade solche Leute, die das auch von der Psyche können, erwarten oder lernen wollen/können, möchten wir für die (ISA Individuelle Assistenz) hier in Karlsruhe anwerben. Es ist wichtig einen festen Schlüssel der Persönlichen Assistenten hinter sich zu wissen. Wobei jedem Bewohner dann nach unserer Vorstellung 2 feste Persönliche Assistenten zur Verfügung stehen. Ein breit angelegter Bereitschaftsdienst wird von der Planung getrennt eingerichtet und wird kosten dämpfend für jeden Bewohner abrufbar –vor allem in der Nachtwache- Außerdem sollen Assistenzjobs an den Wochenenden für interessierte Studenten angeboten werden. 8 -10 Wohneinheiten wäre gut. Größer braucht die ISA (individuelle-schwerstbehinderten-Assistenz) in Karlsruhe zunächst einmal nicht zu werden.

Es ist unsere Absicht, selbst bestimmtes Leben von der herkömmlichen Form, die ein manchmal menschenfernes und zu strukturiertes Betreuen darstellt, zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum andere Formen der Hilfe, die auch Geistigbehinderte einschließen, abzuwerten. Nur für entscheidungsfähige Menschen mit Handicap passt das eben nicht!! So, wie ein junger, dynamischer, gesunder Mensch in noch kein Pflegeheim gehört. Warum wird in vielen pflege-Einrichtungen so getan Unpassendes sei passend??? So werden Personengruppen mit verschiedenen Ansprüchen leicht in einen Topf eingeordnet. Neben einer guten Pflege möchte ich aber Lebensqualität erspüren. Sicherlich möchten sehr viele Menschen mit Handicap das auch. Es sollte dafür ein Rahmen entwickelt werden, um wirklich ein glückliches, bestmöglich selbst bestimmtes, auch spannendes Leben führen zu können. Manchmal braucht es dazu Vertrauen spendende Begleiter, die einen im Leben weiterfordern und keine Angsthasen, die eigene Ängste an Leute mit Handicap zurück projizieren.