Eigenständiges Wohnen in Karlsruhe für behinderte Menschen mit
Unterstützung und Persönlicher Assistenz

Eigenes Dienstunternehmen „Free like a Bird“

WORUM ES GEHT !!

Nachdem ich vor nun fast 20 Jahren aus der elterlichen Wohnung auszog, stellte mir 5 Jahre lang ein sozialer Dienst meine -damals- noch Zivis zur Alltagsunterstützung. Von Selbstbestimmung fühlte ich damals allerdings leider nicht so viel, wie ich mir gewünscht hätte. So musste ich beispielsweise einer für mich fremden Person, einen Wohnungsschlüssel aushändigen – zur „Überwachung“ der Sauberhaltung „meiner Wohnung“… Ich dagegen wollte und will meine volle Verantwortung für mich und meine Wohnung selbst und vor allem eigenverantwortlich tragen.

Um dieser Situation zu „entkommen“, fragte ich die -AWO-, ob sie für mich eine -ISB- Stelle einrichten könne. Mit Erfolg! Dort hat man mir respektvolles Hoheitsrecht zugestanden, was ich in meiner Wohnung und für mein Leben mache. Sogar für die Assistenzplanung bin ich heute vollverantwortlich.

Nun bin ich schon bald 15 Jahre bei der -AWO-. Die Situation wird allerdings immer schwieriger, denn vor wenigen Jahren wurde der Zivildienst abgeschafft. Das bedeutet: Ich habe nach der bisherigen Struktur nicht mehr die freie Wahl und Möglichkeit, von ca. 20 Zivis, einen für meine Situation und Umstände Passenden auszusuchen;
Darum ist es mir die „Persönliche Assistenzbörse“ so ungemein wichtig, bei und mit der sich interessierte Persönliche Assistenten rechtzeitig bewerben können, bevor eine Dienstzeit eines Persönlichen Assistenten zu Ende geht.

Mit diesem „kleinen Schritt“ und dieser Institution, wäre gewährleistet, dass nie mehr die Angst im Spiel sein müsste, … und wer kommt danach ??? Mit dieser Idee ist auf einfache Weise sichergestellt, dass man – ohne Zeitdruck – die Tagesabläufe kennenlernt und vor allem sich der wohl wichtigste Faktor ergeben kann: Vertrauen, den „neuen Menschen“ in seinen Alltag und Intimsphäre einlassen kann und möchte.

Sehr wichtig ist mir auch, dass unser eigenes Unternehmen ( Verein ) nur für Leute da sein soll, die sich mental trotz einer schweren körperlichen Behinderung fit genug fühlen, um eigene Tagesstrukturen ohne Anleitung zu treffen. Mit einem festen Profil im Dienst, kann sich auch der Persönliche Assistent in den Abläufen klar orientieren und einfügen, um sich einfühlsam mit seinem zu betreuenden Partner zu allen Abläufen organisatorisch abzustimmen.

Der Persönliche Assistent leistet so zu sagen, „nur“ Hilfe zur Selbsthilfe.
Es gibt viele Institutionen, die bereits am Markt etabliert sind, wo auch betreut werden muss. Unser Vorhaben DARF nicht damit vermischt werden, sonst ist der Sinn vollständig verfehlt.

Wir wollen die Gewährleistung einer selbstbestimmten Intimsphäre in den eigenen 4 Wänden – und das TROTZ schwerer körperlicher Behinderung!

Wenn das bewahrt bleiben kann, können nach meiner Erfahrung, Prozesse in Gang gesetzt werden und entstehen, um selbstbewußter auch auf die Gesellschaft zu zurollen, um am realen Leben teilhaben zu können, ja sogar bis in ein Arbeitsleben hinein reichen.

Man hat es ja schließlich auch zu Hause d´rauf, sich mit der Persönlichen Assistenz – auf Augenhöhe u. Respekt – auseinander zu setzen und klar Notwendigkeiten, Strukturen und Prioritäten abzusprechen. Mit dieser Sicherheit schafft man es auch deutlich einfacher, sich selbstbewußt der Außenwelt zu stellen.

 

 

Selbstbestimmt im Leben sein, mit einer guten Persönlichen Assistenz

Menschen mit körperlicher Behinderung können ihre Tagesstrukturen selbst finden, wenn eigene Erfahrungen Platz haben dürfen, die ein Lernen im Leben ermöglicht. Auch wenn Fehler beim Einkaufen, beim Terminieren der Zeit gemacht werden, wird man für das nächste Mal immer schlauer. Im Laufe der Zeit, weiß der Betroffene selbst was er sich auch im finanziellen Bereich zumuten kann o. nicht. Geht es nicht allen Menschen so, dass man aus eigenen Erfahrungen am aller Besten lernen kann??

Ich habe von Geburt an eine schwere athetotische Körperbehinderung. Erst mit 34 Jahren habe ich den Mut gefasst von meinen Eltern in eine eigene Mietwohnung einzuziehen.

Ich habe es geschafft und durfte mich weiter entwickeln auch auf eigene Zumutbarkeitsgrenze zu gehorchen. Natürlich unterstützen mich Persönliche Assistenten bei der täglichen Grundpflege. Dazu gehört: Essen reichen, in den jeweiligen Rollstuhl gesetzt zu werden, Toilettengang, beim An und Ausziehen und um ins Bett zu kommen benötige ich Hilfe, kochen, Sauberhaltung der Wohnung u.a. Persönliche Assistenten ersetzen praktisch meine Hände und Füße, nicht aber die Verantwortung, Dinge für mein Leben selbst zu regeln. Auch, wenn ich im Straßenverkehr in meinem E-Stuhl mit Kinnsteuerung alleine verunglücke, darf ich mich selbstverantwortlich fühlen. Dies zu wissen bedeutet für meine Autonomie sehr viel. Dazu mengt sich eine Verantwortung auch für den Nächsten auf der Straße, die ich als eine Verbundenheit erlebe. Beispielsweise nicht bei Rot über die Straße zu fahren, besonders wenn ein kleines Kind noch lernen muss.

Gerade solche Leute, die das auch von der Psyche können, erwarten oder lernen wollen/können, möchten wir für diesen Verein „Free like a Bird“ hier in Karlsruhe anwerben. Es ist wichtig einen festen Schlüssel der Persönlichen Assistenten hinter sich zu wissen. Wobei jedem Bewohner dann nach unserer Vorstellung 2 feste persönliche Assistenten zur Verfügung stehen. Ein breit angelegter Bereitschaftsdienst wird von der Planung getrennt eingerichtet und wird kosten dämpfend für jeden Bewohner abrufbar -vor allem in der Nachtwache- Außerdem sollen Assistenzjobs an den Wochenenden für interessierte Studenten angeboten werden.

8 -10 Wohneinheiten wäre für den Anfang gut. Wir suchen also interessierte Persönliche Assistenzbezieher.

Es ist unsere Absicht, selbst bestimmtes Leben von der herkömmlichen Form, die ein manchmal menschenfernes und zu strukturiertes Betreuen darstellt, zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum andere Formen der Hilfe, die auch Geistig behinderte einschließen, abzuwerten. Nur für entscheidungsfähige Menschen mit Handicap passt das eben nicht!! So, wie ein junger, dynamischer, gesunder Mensch in noch kein Pflegeheim gehört. Warum wird in vielen pflege-Einrichtungen so getan Unpassendes sei passend??? So werden Personengruppen mit verschiedenen Ansprüchen leicht in einen Topf eingeordnet. Neben einer guten Pflege möchte ich aber vorallem Lebensqualität verspüren. Sicherlich möchten sehr viele Menschen mit Handicap das auch!! Es sollte dafür einen sicheren Rahmen entwickelt werden, um wirklich ein glückliches, bestmöglich selbst bestimmtes, auch spannendes Leben führen zu können. Manchmal braucht es dazu Vertrauen spendende Begleiter, die einen im Leben weiter fordern und keine Angsthasen, die eigene Ängste an Leute mit Handicap zurück projizieren.